Montag, 7. Januar 2013

Winter-Couscous nach Ottolenghi


Nach vielen, vielen Lobeshymnen auf Ottolenghis "Genussvoll vegetarisch" war ich einfach zu neugierig, um es nicht selbst auszuprobieren. Also war es dieses Jahr eins der meist ersehnten Weihnachtsgeschenke und ein Grund für ein kleines Bisschen Heimweh in Paris.

Wir haben uns zuerst etwas winterliches vorgenommen, das außerdem marokkanische Elemente auf den Teller bringt, die wir in Paris so gern gemocht haben. Zu einem Safrancouscous gibt es wundervolles Wintergemüse aus Kürbis, Karotten, Pastinaken und Kichererbsen, das mit einer großen Hand voll der wundervollsten, orientalischen Aromen abgeschmeckt wird: Zimt, Sternanis, getrocknete Aprikosen und himmlische confierte Zitronen.


Confierte Zitronen sind in Salzlake eingelegte frische Zitronen, die einige Monate durchziehen müssen, bevor man sie in eher kleinen Mengen dem Essen beigibt. Sie bringen die bei uns ungewohnte Kombination sauer-salzig-leicht süßlich ins Spiel. Ich habe hier in Deutschland bisher keine Möglichkeit gesehen, die Zitronen zu kaufen, aber bei orientalischen Läden könnte man Glück haben. Wir haben unsere selbst vor einigen Monaten eingemacht.


Aber nun zum Gericht. Alles beginnt mit einer herrlich langen Zutatenliste, die für mich persönlich immer auch eine kleine Herausforderung ist, ob ich nicht evt alle Gewürze schon in meinem Gewürzregal habe.

Rezept (für 4 große Portionen):

 

2 Karotten
4 Pastinaken
8 Schalotten
3 Zimtstangen
4 Sternanis
3 Lorbeerblätter
5 EL Olivenöl
Salz
1 EL frischer Ingwer
1/2 TL Kurkuma
1/2 TL Paprikapulver
1/4 TL Piment d'Espelette
300 g Kürbis (ich hatte Hokkaido, Ottolenghi schlägt Butternut vor)
75 g getrocknete Aprikosen
200 g Kichererbsen aus der Dose (oder frisch gekocht)
350 ml Flüssigkeit (das Kichererbsenwasser und/oder Wasser)
170 g Couscous
1/2 TL Safranfäden, nicht zu lang
260 ml Gemüsefond
20 g Butter
10 g Harissa
50 g confierte Zitrone (das ist etwa eine halbe)
Petersilie

  • Zuerst zerkleinern wir erstmal ganz wild, während der Ofen auf 190°C vorheizt: Karotten und Pastinaken schälen, Kürbis waschen und alles in etwa 2 cm große Stücke teilen.
  • Die Schalotten schälen und halbieren.
  • Den Ingwer schälen und klein hacken.
  • Die Aprikosen halbieren oder bei großen vierteln.
  • Die Zitrone sehr fein schneiden.
  • Karotten, Schalotten, Zimt, Anis, Lorbeer, 4 EL Öl, 3/4 TL Salz, Ingwer, Kurkuma, Paprika und Chili vermengen und in einer Form für 15 Minuten in den Ofen geben. Ab und an umrühren.
  • Dann den Kürbis und die Pastinaken zugeben und weitere 30 Minuten garen, wiederum ab und an umrühren.
  • Nach 20 Minuten den Fond zum Kochen bringen.
  • Couscous, Safran, 1/2 TL Salz und 1 EL Olivenöl vermengen, dann den Fond zugießen. Den Couscous mit Frischhaltefolie abdecken und 10 Minuten ruhen lassen.
  • Kichererbsen, Flüssigkeit und Aprikosen zum Gemüse geben und weitere 10 Minuten garen.
  • Butter zum Couscous geben und mit einer Gabel auflockern.
  • Harissa und Zitrone unter das Gemüse mischen und dann auf dem Couscous anrichten.
  • Mit gehackter Petersilie bestreuen.


Das erste Gericht aus Ottolenghis Buch hat uns fantastisch geschmeckt und sehr viel Lust auf einen tiefgehenderen Kochbuchtest gemacht.

Inspiration: "Genussvoll vegetarisch" von Yotam Ottolenghi

Kommentare:

  1. Das vegetarische Kochbuch von Ottolenghi ist total super! Da sind viele meiner neuen Lieblingsrezepte drin. Bei Gelegenheit musst du mal die gefüllten Auberginen ausprobieren, die sind super lecker! Dieses Rezept wird aber bestimmt auch bald nachgekocht!

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    1. Ja, auf die Auberginengerichte freue ich mich besonders, weil Ottolenghi der Aubergine ja geradezu verfallen ist. Das muss ja einen Grund haben. Die Linsen mit gegrillter Aubergine habe ich getestet, da war das Aroma der Aubergine wirklich toll. Die gefüllten Auberginen möchte ich jetzt in der Granatapfelsaison auf jeden Fall auch noch ausprobieren.

      Von meinen drei bisher gekochten Gerichten war dieses hier auf jeden Fall dass am aufregendsten gewürzte und abgeschmeckte.
      Ich wünsche gutes Gelingen! :)

      Liebe Grüße,
      Annett

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  2. Schon wieder so ein schönes Gericht, das du da verbloggst. Hm.. vielleicht kommt das doch vor dem Lamm dran - ist auf jeden Fall auch abgespeichert.

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    1. Tja liebe Sarah,
      was soll ich dazu sagen. Ich kann dir nicht wirklich guten Gewissens von einem der beiden Gerichte abraten, sie waren beide absolut phantastisch.
      Theoretisch könnte man das Gemüse zu den Lammhaxen servieren, das würde harmonieren. Aber beide Gerichte sind an sich von den Aromen perfekt abgeschmeckt, sodass es fast ein bisschen schade wäre, sie zu vermischen.

      Aber egal, welches du zuerst probierst, ich bin gespannt auf einen Bericht :)

      Liebe Grüße,
      Annett

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    2. Ich hab jetzt mal mit dem Wintercouscous angefangen ;-)
      Und bin begeisert!

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